Was gibt es Neues im hsi?

  1. hsi-LehrtherapeutInnen in der „Expertisegruppe“ publizieren neue Wirksamkeitsstudien zur Systemischen Therapie
  2. SYMPAthische Psychiatrie
  3. Systemische Selbsterfahrung am hsi
  4. Hochklassige Paartherapie – Ein neues Versorgungsangebot in Magdeburg
  5. hsi-Lehrtherapeutin Andrea Ebbecke-Nohlen
  6. Die SysTelios-Klinik in Siedelsbrunn erweitert sich
  7. Gutes Leben auf dem Kongress „Vom guten Leben in schwierigen Zeiten“
  8. DGSF – Jochen Schweitzer für zweite Amtszeit zum Vorsitzenden wiedergewählt
  9. DGsP – Mechthild Reinhard erste Vorsitzende Systemische Pädagogik am hsi entwickelt sich
  10. Das hsi in China unterwegs
  11. Familientherapeutische Fortbildung im Universitätsklinikum Heidelberg
  12. hsi-Praxennetzwerk
  13. Wittgenstein Institut(lwi)

1. hsi-LehrtherapeutInnen in der „Expertisegruppe“ publizieren neue Wirksamkeitsstudien zur Systemischen Therapie

Bislang waren die Expertisen zur Wirksamkeit der systemischen Therapie nur auf Deutsch zugänglich. Kirsten von Sydow, Rüdiger Retzlaff, Stefan Beher und Jochen Schweitzer haben erstmals auf Englisch in einem Artikel in „Family Process“ die Ergebnisse zur systemischen Therapie mit Erwachsenen veröffentlicht.

Unter Federführung von Rüdiger Retzlaff wurden außerdem die Datenbank-Recherchen für den Bereich der systemischen Therapie mit Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 2010 auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Chinesisch wiederholt. Die Ergebnisse sollen in zwei weiteren englischsprachigen Artikeln publiziert werden – ein wichtiger Beitrag zur Anerkennung der systemischen Therapie im internationalen Raum.

2. SYMPAthische Psychiatrie

SYMPA („Systemtherapeutische Methoden psychiatrischer Akutversorgung“) ist ein Therapie- und Weiterbildungsprogramm für stationäre Psychiatrie. Es wurde zwischen 2002 und 2009 mit Unterstützung der Heidehofstiftung, in Zusammenarbeit mit dem hsi und der Heidelberger Medizinpsychologie, in einem großen Handlungsforschungsprojekt in den drei Kliniken Wunstorf, Paderborn und Gummersbach entwickelt. Die Quintessenz aus den Forschungsergebnissen ist nun als Buch erschienen: Jochen Schweitzer, Elisabeth Nicolai(2010): „SYMPAthische Psychiatrie – Handbuch systemisch-familienorientierter Arbeit.“ V+R. Die nächste hsi-SYMPA-Inhouse-Weiterbildung wird 2011 bis 2013 in Lüdenscheid im Sauerland stattfinden. Neben Elisabeth Nicolai und Jochen Schweitzer werden als externe GastdozentInnen Ulrike Borst (Zürich), Volkmar Aderhold(Hamburg), Sabine Kirschnik-Tänzer(Wunstorf) und Jürgen Armbruster (Stuttgart) daran mitwirken.

3. Systemische Selbsterfahrung am hsi

Das hsi verbindet systemische Selbsterfahrung mit Ressourcenorientierung, Vergnügen, mit vielen erlebnisorientierten Methoden und manchmal mit direkten Naturerfahrungen.

Seit 2008 wandern Andrea Ebbecke-Nohlen und Elisabeth Nicolai in ihrem Seminar „Biographisches Wandern“ im 2-jährigen Turnus mit den TeilnehmerInnen auf ihren Lebensspuren. Rund um das hsi, zwischen Schloß und Königstuhl, wird dabei zünftig gewandert und die Natur dazu genutzt, mit sich selbst und anderen Lebenswege zu reflektieren und neu zu entdecken.

Im Sommer 2010 starteten Rüdiger Retzlaff und Elisabeth Nicolai die einwöchige Selbsterfahrung auf Sylt als Pilotprojekt, das so erfolgreich verlief, dass es fest ins Programm aufgenommen wird. Meer, Seeluft und gewinnbringende persönliche Erfahrungen sind im Klappholttal – der Akademie am Meer – direkt miteinander verbunden. Beflügelt von den reichhaltigen und vergnügten Selbsterfahrungsseminaren schreiben Andrea Ebbecke-Nohlen und Elisabeth Nicolai derzeit an einem Buch zur „Einführung in die Systemische Selbsterfahrung“, das 2012 im Carl Auer Verlag erscheinen soll.

4. Hochklassige Paartherapie – Ein neues Versorgungsangebot in Magdeburg

Wenn Paare in Schwierigkeiten auf ein therapeutisches Doppel in Bestform treffen, wird daraus eine Begegnung mit Perspektivenwechsel, doppelter Chance zum guten Verstehen und der Ausdruckskraft männlicher und weiblicher Lebensfarben.

Das Magdeburger Modell des Paarcoachings begleitet Paare in fünf Sitzungen – über ein halbes Jahr hinweg – mit guten Ideen und innovativen Aufgaben in ihren persönlichen Neuanfang... und wo ein guter Anfang gemacht ist, kommt das Beste wie von selbst, oder?!

5. hsi-Lehrtherapeutin Andrea Ebbecke-Nohlen

befindet sich bis Mitte 2011 auf Weltreise und wird ab dem Sommer-Intensivkurs 2011 wieder aktiv sein.

6. Die SysTelios-Klinik in Siedelsbrunn erweitert sich

Das hypnosystemische Therapie-Konzept bewährt sich in der stationären Praxis. Ab September 2011 werden statt bisher 30 über 100 Akutbetten für Psychosomatik und Psychotherapie zur Verfügung stehen. Gunther Schmidt, Mechthild Reinhard, Carsten Till und ihr Team machen zudem weiterhin ermutigende und bereichernde Erfahrungen beim innovativen „Organisieren der Organisation einer sich selbst organisierenden gesundheitsförderlichen Organisation“. Schritt für Schritt formiert sich das erweiterte Team. Der Fortschritt des Bauvorhabens, das auch ökologischen Prinzipien wie Nachhaltigkeit der Baustoffe, Passivhausstandard und Baubiologie Rechnung trägt, kann unter www. sysTelios.de/baut-auf.html verfolgt werden.

7. Gutes Leben auf dem Kongress „Vom guten Leben in schwierigen Zeiten“

Im September 2010 richtete das hsi die 10. DGSF-Jahrestagung „Vom guten Leben in schwierigen Zeiten“ aus. Rund 900 TeilnehmerInnen bevölkerten die Pädagogische Hochschule und erlebten einen intensiven und begegnungsreichen Kongress. Das philosophisch und politisch verstandene Tagungsthema wurde u.a. durch Redner repräsentiert, die nicht aus der systemischen Therapieszene stammen, dieser aber Interessantes zu erzählen hatten.

Dazu gehörten der Lebenskunstphilosoph Wilhelm Schmid, der Drogerieunternehmer und Grundeinkommensprotagonist Götz Werner, der Benediktinerpater Anselm Grün, die senegalesische Frauenrechtlerin Madjiguene Cissé, der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf und der aus München stammende Sozialpsychologe Heiner Keupp. Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für die nächste DGSF-Tagung 2011 in Bremen zum Thema „Diversität“ auf vollen Touren, auf die gleichfalls ein großer Andrang erwartet wird.

8. DGSF – Jochen Schweitzer für zweite Amtszeit zum Vorsitzenden wiedergewählt

Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) befindet sich seit dem Jahr 2000 in einem kontinuierlichen Wachstums- und Ausdifferenzierungsprozess. Die Mitgliederzahl stieg von 1.300 auf derzeit 3.700 Mitglieder. Zahlreiche Fach- und Regionalgruppen bieten Austausch und interessante Projekte. Auf der Heidelberger DGSF-Jahrestagung 2010 wurde Jochen Schweitzer für weitere drei Jahre als erster Vorsitzender wiedergewählt. Seine aktuellen Schwerpunkte in der DGSF sind die Initiative „Empfohlene systemisch-familienorientierte Einrichtungen“, die weitere Ausdifferenzierung der Fachgruppen, die Förderung von Studierenden und jungen Professionellen in der DGSF, und nach wie vor der mühsame und langsame Weg, systemische Therapie in den staatlichen Approbationsausbildungen und als krankenkassenfinanziertes Therapieverfahren durchzusetzen.

9. DGsP – Mechthild Reinhard erste Vorsitzende Systemische Pädagogik am hsi entwickelt sich

Der Grundkurs „Systemische Pädagogik“, der immer mehr Resonanz und Interesse findet, wird in diesem Jahr bereits zum fünften Mal angeboten. Inzwischen ist im vergangenen Jahr auch ein erster Aufbaukurs gestartet. Beide Curricula werden von der Deutschen Gesellschaft für systemische Pädagogik (DGsP) zertifiziert. Die „jüngste“ Lehrtherapeutin des hsi, Mechthild Reinhard, ist zugleich die erste Vorsitzende dieses Dachverbandes. Dort haben die bislang 15 Mitgliedsinstitute curriculare Ausbildungs-Standards entwickelt, an denen sich auch das hsi orientiert. DGSF und DGsP haben eine dichtere Zusammenarbeit vereinbart.

10. Das hsi in China unterwegs

Seit dem Besuch von Helm Stierlin in China im Jahr 1985 besteht dort ein großes Interesse an systemischer Therapie und es gibt eine kleine, aber aktive systemische Szene, die unter anderem eine ganze Reihe von Therapiestudien zur Wirksamkeits-Expertise beigesteuert hat. Im Rahmen eines Programmes der Deutsch-Chinesischen Akademie für Psychotherapie führen Rüdiger Retzlaff, Elisabeth Nicolai, Mechthild Reinhard, unterstützt von Jürgen Armbruster, Andrea Goll-Kopka und Ansgar Röhrbein einen zweijährigen systemischen Ausbildungskurs für Psychiater und Psychologen in Beijing durch. Die TeilnehmerInnen sind hochmotiviert und setzen sich intensiv mit systemischen Konzepten und Handeln auseinander. Für alle Beteiligten ist dies zugleich eine spannende Erfahrung und große Herausforderung im interkulturellen Dialog.

11. Familientherapeutische Fortbildung im Universitätsklinikum Heidelberg

Das Zentrum Psychosoziale Medizin im Universitätsklinikum Heidelberg hat 2010 erstmals eine hausinterne Familientherapiefortbildung für 40 MitarbeiterInnen unterschiedlicher Berufsgruppen gestartet. Rüdiger Retzlaff und Jochen Schweitzer sind in Kooperation mit Manfred Cierpka, Astrid Riehl-Emde, Constanze Müller und Friedebert Kröger als Lehrende an dieser insgesamt achttägigen Fortbildung in zwei Gruppen beteiligt. Teil des Programms sind Live-Gespräche mit Patienten und deren Angehörigen aus Ambulanzen und Stationen der fünf beteiligten Abteilungen. Dadurch können quer über die Abteilungen hinweg Ansätze eines gemeinsamen systemisch-familientherapeutischen Fallverständnisses entwikkelt werden.

12. hsi-Praxennetzwerk

Seit Oktober 2008 gibt es das hsi-Praxennetzwerk, in dem sich erfahrene systemische BeraterInnen aus dem Rhein-Neckar- und Rhein-Main-Gebiet zusammengeschlossen haben. Ein zentrales Beratungstelefon(Telefon 06221/71409-26, anita-huge-stoehr@hsi-heidelberg.de), das von der Koordinatorin des hsi-Praxennetzwerks Anita Huge-Stöhr (Diplom-Theologin, systemische Therapeutin und Supervisorin) betreut wird, bietet am systemischen Ansatz interessierten Menschen und Institutionen die Möglichkeit, hilfreiche Informationen und passgenaue Empfehlungen für systemische Fachleute in folgenden Bereichen zu erhalten: Therapie, Paar- und Familienberatung, Coaching, Supervision, Mediation.

13. Wittgenstein Institut(lwi)

Mit Beginn des Jahres 2011 betritt das neue Ludwig-Wittgenstein-Institut die Bühne. Gegründet von Matthias Ohler und Raimund Schöll, beforscht und untersucht das lwi in seinen Veranstaltungen innovative Konzepte aus Philosophie, Psychologie, Soziologie und anderen humanwissenschaftlichen Traditionen. Getreu dem Motto des Namensgebers: „I’ll teach you differences“ steht es für eine Auffassung des Denkens, das sich von jedweden Ermächtigungen und Belehrungen – oder gar Bekehrungen – verabschiedet. Ein Motto der Gründer lautet: „Only fools want only tools.“ In Abgrenzung zu den in verschiedenen Beratungs- und Berufsfeldern inflationär um sich greifenden „tooligan-Praktiken“ und eng geführten theoretischen Leitbildern trüffelt das lwi nach originellen und schöpferischen Beiträgen zum Verstehen und Gestalten moderner Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Dabei steht die Praxis im Fokus des theoretischen Interesses. Mit den Themen Atmosphärische Intelligenz und Philosophische Beratung finden sich zwei Schwerpunkte des lwi im aktuellen Programm des hsi.

 

 


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